Phönix hatte ein leichtes Chancenplus, doch im spielerischen Bereich konnte die Mannschaft von Jürg Stücheli ebenso wenig überzeugen wie Oberwinterthur. Während sich bei den Seemern nach zwei Niederlagen in Folge eine gewisse Verunsicherung breitmachte, waren bei Oberi mit Milorad Petkovic und Giuseppe Aloe zwei Spieler gesperrt, die der Offensive Impulse hätten bringen können. In der 12. Minute hatte Phönix Seen die ersten grosse Chance des Spiels: Luca Moser schoss an die Latte. Kurz darauf ging Stefan Rüttimann zu Boden. Der Seemer Stürmer, mit blutender Nase, reklamierte, absichtlich von einem Ellbogen getroffen worden zu sein. Ab der 22. Minute kämpfte er nicht nur mit seinen Gegenspielern, sondern auch mit ständigem Nasenbluten. Miguel Martin, Oberwinterthurs Abwehrchef, regte sich noch vor der Halbzeit darüber auf, dass im Mittelfeld «viel zu wenig Bewegung» sei. Auch Stücheli war mit der Darbietung seiner Spieler nicht unbedingt zufrieden. Er vermisste flüssige Spielzüge oder zündende Ideen. Mit einer guten Möglichkeit für Rüttimann begann die zweite Hälfte, doch landete sein Kopfballversuch knapp über der Latte. Ausgleichende Gerechtigkeit kurz darauf: Im Anschluss an einen Freistoss setzte Jean-Luc Defièbre den Ball an die Latte (53.). Andy Hofstetter sorgte nach seiner Einwechslung für zusätzlichen Druck. Zum Entsetzen von Trainer Stücheli setzte er in der 75. Minute den Ball bei Remo Zürcher an den rechten Pfosten. Wenige Sekunden nach dem zweiten Metalltreffer landete das Leder plötzlich in den Füssen von Christian Tiscar. Der Ex-Bülacher liess sich diese Chance nicht nehmen und bezwang Zürcher. Nach dem Rückstand warf Oberwinterthur alles in die Offensive. Nachdem 75 Minuten lang echte Torszenen Mangelware geblieben waren, wurde das Spiel in der Schlussphase um einiges besser. Hofstetter zwang Zürcher zu einer Abwehr. Auf der anderen Seite vergab Koch per Kopf eine weitere Chance. Dann verhinderte Urs Wüthrich mit einer spektakulären Parade den Ausgleich durch Daniel Scherrer. Vier Minuten vor Schluss rettete Philipp Weber auf der Torlinie. Doch Oberwinterthur blieb das 1:1 verwehrt. «Über 90 Minuten betrachtet war es wohl ein verdienter Sieg für uns», fand Jürg Stücheli. Er war glücklich darüber, dass «wir nach zwei Niederlagen wieder einmal gewonnen haben». Anders sah es Oberis Roberto Fregno: «Unter dem Strich wäre ein Unentschieden wohl gerecht gewesen.» (hmi) Oberwinterthur: Zürcher; Daniel Scherrer, Martin, Zimmermann; René Scherrer (84. Zefiq), Defièbre, Rollo, Acar (66. Radoncic), Bedzeti (60. Medina); Dominguez, Ciullo. Phönix Seen: Wüthrich; Weber, Steiner, Koch, Bennardo; Tiscar (85. Keskin), Lang (60. Stoop), Fabian Bünter, Moser; Oezalp (60. Hofstetter), Rüttimann. ldb
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