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Pfändungsbeamter und «Kugelblitz»

«Meine Frau wäscht die Trikots» Der Pfändungsbeamte Markus Kalt ist Spielertrainer beim FC Stadtverwaltung.

«Mein Team besteht aus einigen guten Fussballern – und einigen, deren Stärken eher im athletischen Bereich liegen», beschreibt Markus Kalt das Kader des FC Stadtverwaltung. Auf seine eigenen Qualitäten angesprochen meint der Spielertrainer: «Meine Gegner lassen sich gerne von meinem Bäuchlein täuschen. Dann überrumple ich sie mit meinem Schmetter-Antritt und schiesse ein Tor.» Prompt wird der 49-Jährige von seinen Teamkollegen zuweilen auch «Kugelblitz» genannt.

Kontakte knüpfen und pflegen

Der FC Stadtverwaltung bietet alle Facetten eines sogenannten Plauschvereins. Natürlich steht der sportliche Teil im Zentrum, es wird wöchentlich trainiert. Rund zwölf Spiele gegen ausgewählte Gegner und eine handvoll Turniere stehen pro Jahr auf dem Programm. Aber es geht auch um den geselligen Teil – ob in der Beiz nach den Trainings oder unabhängig vom Fussball am Oktoberfest. Beruflich profitiert man ebenfalls, findet der Pfändungsbeamte und alt Gemeinderat Markus Kalt. «Man lernt Leute aus den verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung von einer ganz anderen Seite kennen, das hilft oft.» Und bei Spielen wie gegen die Steuerverwaltung Vaduz oder den Kantonsrat Appenzell knüpft man sogar Kontakte über die Stadtgrenze hinaus.

In neuem Look gegen HöSta

Manchmal darf der FC Stadtverwaltung ein Heimspiel auf der Schützenwiese bestreiten. Kalt freut dieses Privileg. «Auf diesem schönen Rasen vor einer – bei uns zwar leeren aber dennoch schönen – Tribüne zu spielen, macht besonders Spass.» Das Problem sei nur, dass der Platz Originalmasse aufweist und somit ein paar Meter länger ist als die sonst benützten Spielfelder. «Man wird etwas schneller müde», schmunzelt Kalt.
Als Saison-Highlight steht am 10. Juli auf der Schützi die Partie gegen den FC HöSta (Höhere Stabsoffiziere) auf dem Programm. Der FC Stadtverwaltung wird dabei erstmals in seinen neuen Trikots auflaufen (Kalt: «Meine Frau wäscht die Tenues, ich lege sie zusammen und packe sie wieder ein»), die natürlich in den Farben Rot und Weiss gehalten sind.

Es könnte emotional werden

Für Markus Kalt, der die Partie selber eingefädelt hat, ist das Duell gegen den FC HöSta ohnehin ein spezieller Anlass. «Wann bekommt man schon die Gelegenheit, gegen den persönlichen Berater von Bundesrat Sämi Schmid Fussball zu spielen?» fragt er zu Recht.

Dieser Berater, Divisionär Jean-Jacques Chevalley, bringt eine Reihe von Brigadiers und Obersten mit nach Winterthur. Beim FC Stadtverwaltung finden sich unter anderen Polizisten, Steuerämtler oder Finanzkontrolleure. Braucht es bei so vielen korrekten und Gesetze anwendenden Menschen überhaupt noch einen Schiedsrichter? Kalt lacht. «Zur Sicherheit haben wir einen Schiri und sogar zwei Linienrichter aufgeboten. Man weiss ja nie, wie emotional die Sache wird.» Sicher ist hingegen, dass man nach der Partie gemeinsam noch etwas essen wird, zusammen mit geladenen Gästen wie Alt Stadtrat Peter Arbenz oder Kantonsrat Dieter Kläy . Dieser Teil wird mindestens so wichtig wie das Spiel zuvor.
Von: Damian Keller

Autor: Ueli Flach